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Mercedes-Benz scheint diese Frage bereits für sich beantwortet zu haben. Zunehmend übernehmen Roboter und automatisierte Netzwerke die Arbeit des Menschen. Fabrikhallen vollständig ausgefüllt mit orangen Robotern, die jeden Arbeitsschritt auf genauste Weise ausführen, ist kein seltenes Bild mehr in großen Betrieben. Dennoch bleibt heutzutage der Mensch teilweise noch unersetzlich. Doch wie lange wird das noch dauern und wie sieht diese autonome Fabrikhalle eigentlich aus? Lesen Sie hier den Bericht von Milou Heffels...




Diese Veränderungen in der Wirtschaft und Produktionsstätte durften wir, die J2 des TMGs, im Zuge der Geographie-Exkursion zur Mercedes-Benz Produktionsstätte in Rastatt am 29. Oktober selbst erleben.

Was ist eigentlich die Hochzeit eines Autos? Wozu braucht man Emufedern bei der Herstellung Ihres Fahrzeuges? Und wissen Sie eigentlich worauf es bei der Produktion ankommt?
Das sind Fragen, die wir während unserer Exkursion beantwortet bekommen haben.
Gleich zu Beginn wurden wir in der Eingangshalle des Besucherzentrums vom Mercedes-Benz-Standort in die Produktion eingeführt. Einen Roboter, der so in den Fabrikhallen zu finden ist, konnte man hier schon gleich bewundern. Auch für Autoliebhaber gab es einiges zum Anschauen.
Anschließend wurde uns ein Film über Mercedes-Benz gezeigt, in dem uns der Betrieb vorgestellt wurde.

Nach einer Sicherheitsbelehrung ging es im Anschluss mit dem Bus über das Werksgelände zur Rohbauproduktion. Wie man zuvor schon in der Eingangshalle erahnen konnte, wurde die Produktion fast ausschließlich von Robotern vorgenommen. Diese verschweißten, verklebten und stanzten die unterschiedlichen Bauteile und sorgten für eine kontinuierliche Abfolge ohne Unterbrechungen. Die Menschen waren, wie uns unsere Exkursionsleiterin mitteilte, eigentlich nur dazu da, während der Produktion die Rohbauten auf Fehler zu untersuchen und den automatisierten Produktionsvorgang zu überprüfen.

Zudem wurden uns einige dort angewandte Fertigungsstrategien gezeigt. Anhand von Animationen wurde uns zum Beispiel das „Fischgrätenmodell“ veranschaulicht. Dieses beinhaltete den Vorgang, dass alle Einzelteile in einer festgelegten Reihenfolge an den Rohbau montiert werden. Dadurch sind die schnelle Behebung von Problemen von großer Bedeutung und müssen schnellstens von den Angestellten behoben werden, da sonst der gesamte Produktionsvorgang lahm gelegt sein würde. Hierfür sind die menschlichen Arbeiten also noch sehr wichtig und ausschlaggebend.

Die nächste Station stellte die Endmontage der Fahrzeuge dar. Auf dem Weg zu diesem Gebäude wurden uns die Reihen fertiger Autos gezeigt, die anschließend wegtransportiert und teilweise verschifft werden sollten.

Im Gegensatz zum Rohbau waren in der Abteilung der Endmontage sehr viel mehr Menschen tätig, die hier auch tatsächlich große Teile der Montage in Fließbandarbeit vornahmen. Dieser große Anteil menschlicher Arbeit ist, laut den Erklärungen unserer Exkursionsleiterin, darauf zurückzuführen, dass anders als beim Rohbau die individuellen Wünsche der Kunden mit einbezogen werden. Hierzu gehören zum Beispiel die Ausrichtung des Armaturenbretts auf den Links- und Rechtsverkehr, die Farbe der Autos, die Innenausstattung und vieles mehr.

Zudem wurden uns die bereits bekannten Begriffe des Just-in-time- und Just-in-sequence-Prinzips anhand der Produktion erklärt. Aufgrund dieser zeitgenauen und ortspezifischen Anlieferung an die Stätte der Weiterverarbeitung kann man Kosten sparen, wie wir vor Ort selbst sehen konnten.
Schließlich wurden wir Zeugen der „Hochzeit“ eines Autos, wie die Zusammenführung von Karosserie und Motor genannt wird. Auch hier konnte man die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine gut erkennen, da sowohl Roboter als auch Arbeiter einen Teil der Arbeit machten.
Des Weiteren lernten wir, dass es spezielle Maßnahmen für das Lackieren der Autos gibt. Dazu gehören die Verwendung von Emufedern als Staubfänger, damit das Fahrzeug vor der Lackierung wirklich von Kleinstpartikeln befreit ist und somit keine Ungleichheiten im Lack entstehen.
Am Ende unserer Führung sahen wir letztendlich die vollständig fertiggestellten Autos bevor sie der obligatorischen Endkontrolle unterzogen wurden.


Nachdem wir jetzt eine solche Produktion von Fahrzeugen zu Gesicht bekommen haben und festzustellen ist, dass die Fabriken zunehmend automatisiert produzieren, stellt sich tatsächlich die Frage, wo in dieser Branche der Mensch in 50 Jahren zu finden ist. Eins ist sicher: die arbeitende Hand des Menschen wird auf ein Minimum reduziert, die denkende Kraft in Form der zunehmenden Automatisierung von enormer Bedeutung werden und unser Weltbild prägen.


Milou Heffels




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