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Die TMG-Schülerin Inka Marten aus der Jahrgangsstufe 2 wurde auf Vorschlag der Schule zu einer 16-tägigen Sommer-Akademie der deutschen Schülerakademie eingeladen. Lesen Sie hier den sehr interessanten Erlebnisbericht der Schülerin und sehen Sie hier Fotos...

 

Im Februar wurde ich von der Schule für die Deutsche SchülerAkademie (DSA) vorgeschlagen.

Dies sind 16-tägige Sommer-Akademien zur Förderung von jährlich etwa 1100 besonders leistungsfähigen und motivierten Schülerinnen und Schüler, die vor dem Abitur stehen (nach: http://www.deutsche-schuelerakademie.de/). Aus einer Auswahl von 68 breit gefächerten Kursthemen bewarb ich mich für drei mit naturwissenschaftlichem Inhalt und konnte mich einige Wochen später zu den glücklichen 50% der Bewerber zählen. In der Akademie Torgelow würde ich mich die letzten zwei Wochen vor den Sommerferien mit der Leitfrage „Wie kommt das Schwein in die Steckdose?“ hinsichtlich der Funktionsweise von Biogasanlagen beschäftigen. Zu dem kleinen Ort Torgelow am See in Mecklenburg – Vorpommern gehört das Privatinternatsgymnasium Schloss Torgelow,  dessen Räumlichkeiten uns zur Verfügung standen. Bereits vor der Akademie erhielt ich Informationen über weitere Teilnehmer und ein Handbuch sowie Skripte über biochemische Prozesse und Biogasanlagen zur Vorbereitung eines Referates.

 

Am 11. Juli war es dann soweit – nach der neunstündigen Zugfahrt von Karlsruhe nach Torgelow mit elf anderen Akademielern aus Baden-Württemberg startete die Akademie gleich am nächsten Tag mit dem richtigen Programm. Einem (freiwilligen...) Frühschwimmen um 7:15 Uhr im See folgten täglich Frühstück, Plenum (Gesamtbesprechung des Tages), 1 ½ Stunden Kursarbeit, Kaffeepause, 2 Stunden Kursarbeit, Mittagessen, KüAs (kursübergreifende Aktivitäten), Kuchenpause, 2 Stunden Kursarbeit, Abendessen und nochmals KüAs.

 

Im Mittelpunkt der Akademie stand – natürlich – die Kursarbeit. In Torgelow fanden parallel sechs Kurse mit je 16 Teilnehmern und zwei Kursleitern statt, vom literarisch-theatralischen „Sommernachtstraum Shakespeare's“ über „Extrasolare Planeten“, „Teilchenphysik und Kosmologie“ und „Codierungstheorien“ im mathematisch-physikalisch-astronomischen Bereich bis hin zu den soziologisch angesiedelten „Außenseitern und Etablierten“ und unserem biochemisch-verfahrenstechnischen „Steckdosen-Schwein“.

 

In meinem Kurs ging es darum, wie man aus Substraten wie Gülle oder Mais durch Fermentation Biogas zur Einspeisung ins Erdgasnetz oder zur Wärme-/ Stromerzeugung mittels BHKW gewinnt.

Zunächst hielten wir unsere Referate zu den verschiedensten naturwissenschaftlichen, aber auch umweltpolitischen Themen, lernten neue Methoden zum richtigen Präsentieren kennen, und dem Referenten ein konstruktives Feedback zu geben (z.B. nach dem Vorschlag des „Feedback-Burgers“). Auch das Ziel, wissenschaftliche Kompetenzen zu erwerben, stand in den zweieinhalb Wochen im Vordergrund. Gemeinsam erarbeiteten wir Block- und Verfahrensfließbilder, übten die  wissenschaftliche Dokumentation und den Umgang mit dabei hilfreichen  Computerprogrammen wie LaTeX.

 

Anschließend starteten wir unser eigentliches Projekt: die planspielhafte Auslegung einer eigenen Biogasanlage. In einem gestellten Kundengespräch mussten wir uns als Unternehmen präsentieren und unsere für den Bau einer Biogasanlage benötigten Informationen erfragen. So starteten wir mit einer riesigen Black Box, von der uns gerade mal der gewünschte Output der Biogasanlage und die maximalen finanziellen Mittel bekannt waren. Im Folgenden arbeiteten wir aufgeteilt in vier Gruppen, die sich mit dem Marketing & Management in unserem „Unternehmen“,den  Komponenten der verschiedenen Apparate & Ausrüstungen, den Fermentationsprozessen und der Biogasaufbereitung befassten.

Problematisch waren häufig vom „Kunden“ ungenaue bzw. mit Einheitendrehern versehene Angaben, wie sie oftmals auch in realen Projekten auftreten. Sehr faszinierend hingegen war die ungewohnte Erkenntnis, dass selbst Fachbücher und das Internet nicht mehr für unsere benötigten spezifischen Informationen ausreichen... immer waren sehr viel Kreativität, Engagement, Selbstständigkeit, Spontaneität und ein starker Wille gefragt! Letztendlich haben wir es wirklich geschafft, eine Biogasanlage im Rahmen der vorgegebenen Bedingungen auszulegen.

Höhepunkt im Kurs stellte abschließend der Besuch der deutschlandweit größten Biogasanlage in Berlin Spandau dar, wo wir die Funktionsweise einer Biogasanlage am realen Beispiel noch einmal Schritt für Schritt nachvollziehen konnten. Es war wirklich beeindruckend!

 

Neben der Kursarbeit gab es aber auch jede Menge weitere schöne Dinge zu erleben. Die KüAs (kursübergreifende Aktivitäten) am Nachmittag und Abend konnten sowohl von Kursleitern als auch Akademielern gestaltet und besucht werden. Diverse Sportangebote am und im See wurden ergänzt von vielen musikalischen Aktivitäten. Mit mehreren ausländischen Teilnehmern lernten wir bis tief in die Nacht Sprachen von Schwedisch bis hin zu  Arabisch, diskutierten über Kulturen und aktuelle weltpolitische Situationen, philosophierten über Ethik und Realität. „Jointen“ dem English Literature Club oder der deutschen Version, dem Impro-Theater, vergnügten uns mit Gesellschaftsspielen oder wetteiferten in Volleyballturnieren und Völkerballschlachten. Gingen auf Exkursion nach Schwerin oder ins Ozeaneum Stralsund, Rad fahren oder (nacht-) wandern.

Beobachteten mit den Teleskopen des „Hauses der Astronomie Heidelberg“ zu später Stunde Sterne und Planeten (Leiter des Astrokurses waren übrigens Olaf Fischer, bekannt vom Astrocamp der Masterclass, und eine ehemalige, jetzt Astrophysik studierende TMG-Schülerin!). Veranstalteten Filmabende und Parties, feierten, waren glücklich.

Oder schliefen uns in der Nachmittags-Schlaf-KüA endlich mal aus...

 

In zweieinhalb Wochen ist eine Menge passiert, tolle Projekte und eine enge Gemeinschaft aus rund 120 Teilnehmern und Leitern entstanden. Was bleibt sind sehr viel Motivation und viele schöne Erinnerungen an eine Zeit unter Gleichen  – ein Nachtreffen ist schon längst geplant.

 

Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte, wofür nicht zuletzt Frau Kremer und Frau Holz mit ihrer Unterstützung bei der Bewerbung verantwortlich sind! In meinem letzten Jahr am TMG möchte ich erreichen, dass genau solche Angebote – die Juniorakademien und die Deutschen Schülerakademien, aber auch die Teilnahme an landes- und bundesweiten Wettbewerben – mehr gefördert werden! Im nächsten Frühjahr werde ich mich dafür einsetzen, dass sich wieder Schüler und Schülerinnen vom TMG für die Science Academy, die DJA und die DSA bewerben, um die gleiche tolle Stimmung der Akademien erleben zu können wie ich. Denn jeder kann nur ein Mal ein einer solchen Akademie teilnehmen – aber in spätestens 10 Jahren selbst einmal eine Kurs- oder sogar Akademieleitung übernehmen.

 

Weiterführende Links:

Bilder von Schloss Torgelow: http://www.schlosstorgelow.de/lagekost.htm

DSA: http://www.deutsche-schuelerakademie.de/

DJA: http://www.deutsche-juniorakademien.de/

Science Academy: http://www.scienceacademy.de/start.html

PDF Infos zur Biogasanlage Spandau: https://www.nbb-netzgesellschaft.de/Downloads/bet_2012_vortrag3_biogasprojekt_bsr.pdf

 

Bei näherem Interesse und Fragen zum Thema Biogasanlagen oder den Akademien bin ich gerne ansprechbar!

 

Inka Marten, J2/ 12b

 

Inka Marten vor dem Schloss Torgelow

 

 

 

Logo der Schülerakademie 2013

 

Das von den Teilnehmerns erstelle Verfahrensfliessbild  der Biogasanlage

 

 

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