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Vom Beginn des Schuljahres 1976/77 bis zum Ende des Schuljahres 1987/88, also 12 Jahre, war ich ständiger Vertreter des Schulleiters des Thomas-Mann-Gymnasiums. Keiner meiner bisher drei Nachfolger hatte dieses Amt solange inne wie ich. Vielleicht war dies der Grund, bei mir anzufragen, ob ich über diese Zeit einen Bericht schreiben würde.
Ich hatte Erfahrung im Umgang mit Architekten und der Baubehörde bei Zubauten am Durlacher Gymnasium und in der Endphase beim Neubau des Otto-Hahn-Gymnasiums in der Karlsruher Waldstadt. Meine ersten Kontakte mit dem Thomas-Mann-Gymnasium waren Beratungen, an denen die schon ausgewählte Schulleiterin Frau Eckardt, Vertreter der Gemeinde und ein Blankenlocher Architekt teilnahmen. Die damals beratenen Pläne wurden nicht realisiert, die Gemeinde wechselte den Architekten. In den ersten Monaten des Jahres 1976 fragte mich Frau Eckardt, ob ich an der zu besetzenden Stelle des Stellvertreters interessiert sei. Da es mich reizte, fast vom Anfang an beim Aufbau eines neuen Gymnasiums mitzuwirken, habe ich mich um die Stelle beworben, wurde zum Beginn des Schuljahrs 75/76 zum Thomas-Mann-Gymnasiums teilversetzt und erhielt wenige Monate später die Bestellungsurkunde.


Bei meinem Dienstantritt war der Rohbau des inzwischen vom Architektenteam Brettel geplanten Bildungszentrums noch nicht fertig. Die neun Klassen, und zwar je drei in den Stufen 5, 6 und 7, wurden in Räumen der Grund-und Hauptschule Blankenloch unterrichtet, sechs Klassen in einem Neubau dieser Schule, eine Klasse in deren Altbau und zwei Klassen in einer Baracke, die am Schulhof aufgestellt worden war. Frau Eckardt hatte ihren Arbeitsplatz in einem kleinen Raum, der auch als Sekretariat benutzt wurde. Sekretärin war schon damals Frau Grimm. Wir waren etwa zehn Lehrer, für die es ein Zimmer gab, das etwa doppelt so groß war wie das Sekretariat. Von diesen Lehrern sind heute noch fünf an der Schule tätig, die Damen Harmsen, Meise, Haumann-Dresel und Kramer, und Herr Dr.Bergmeier.
Den Pausenhof teilten sich unsere Schüler mit den Schülern der Realschule, deren Unterrichtsräume in dem alten Schulgebäude an der Hauptstraße lagen. Zwei Schuljahre dauerte es noch, bis der 1.Bauabschnitt des Bildungszentrums fertiggestellt war. In dieser Zeit löste Herr Reutner den bisherigen kommissarischen Schulleiter der Erich-Kästner-Realschule ab. In meiner Erinnerung blieben aus dieser Übergangszeit: Häufige Besprechungen in einer Baracke auf der Baustelle, Teilnahme an Gemeinderatsitzungen, wenn das Bürgermeisteramt die Meinung der Pädagogen hören wollte, Besuche von Schulen in der näheren und weiteren Umgebung von Karlsruhe, die vom selben Architektenteam gebaut worden waren. Als die Entscheidung für die Möblierung der Klassen-und Lehrerzimmer getroffen werden musste, wurde in der Turnhalle der Pestalozzi-Grund-und Hauptschule eine Ausstellung veranstaltet, in der die angebotenen Schulmöbel von Eltern, den Kollegen beider Schulen und von Gemeinderäten begutachtet werden konnten. Natürlich durften auch die Schüler schon einmal probesitzen. Die Entscheidung fiel dann im Gemeinderat. Es ist bemerkenswert, daß die Wahl nicht auf die vom Architektenteam favorisierte Ausstattung gefallen ist.
Zum Beginn des Schuljahres 1977/78 war der 1. Bauabschnitt, der Gymnasiumsbau, fertig. Die noch sehr bescheidene Habe unserer Schule wurde auf einem offenen, von einem Traktor gezogenen Wagen in den Neubau transportiert. Der Knochenmann unserer Schule kam dabei zu Schaden. Am ersten Schultag versammelten sich die Schüler vor der Schule, festliche Musik erklang vom Band und Herr Bürgermeister Hecht hielt eine Rede. Danach gab es, von der Gemeinde spendiert, für jeden Schüler eine Brezel und ein Getränk.
In den Gymnasiumsbau zogen zunächst beide Schulen ein. Da es zu viele Klassen waren, begannen wir mit Schichtunterricht. In der Entstehungszeit des Bildungszentrums Stutensee war es Mode geworden, Gymnasium und Realschule unter einem Dach zu bauen. In Stutensee wurden die Lehrerzimmer der beiden Schularten von Anfang getrennt, ebenso die Sekretariate. Wo gemeinsame Lehrerzimmer und gemeinsame Sekretariate eingerichtet wurden, waren die Schwierigkeiten meistens größer. Es blieben aber noch genügend Reibungsflächen.
Zur Erstellung einer gemeinsamen Hausordnung bildeten wir eine paritätisch besetzte Kommission. Es war ein zeitraubender Prozess, bis schließlich beide Kollegien getrennt die Ordnung billigten, wobei ja auch die Eltern und Schüler einbezogen werden mussten. Schon in der Zeit meiner Tätigkeit am Thomas-Mann-Gymnasiums begann die Gemeinsamkeit bei der Hausordnung wieder zu bröckeln. Rückblickend kann man aber wohl sagen, daß alle Probleme friedlich gelöst wurden.
Nach dem Einzug beider Schulen in den Gymnasiumsbau wurde zügig am Realschultrakt gearbeitet. Dadurch blieb der Schichtunterricht auf eine nur kurze Zeit beschränkt. Während meiner Tätigkeit am Thomas-Mann-Gymnasium gab es noch einen dritten Bauabschnitt, der den Gymnasiumstrakt nach Süden erweiterte und uns einen zweiten Innenhof bescherte. Bei der Gestaltung dieses Innenhofes konnte das Kollegium der Schule stärkeren Einfluß nehmen. Dies führte zu einer Lösung, die den Bedürfnissen der Schule viel besser angepaßt war, als dies beim ersten Hof der Fall war. Die erheblich häufigere Nutzung dieses zweiten Hofes bezeugt dies.
Ist das Projekt Bildungszentrum gut gelungen? Ich meine, dass man dies uneingeschränkt bejahen kann, auch wenn einem gleich einige Pannen und negative Seiten einfallen. Bei jeder Veranstaltung im Aulabereich empfindet man, dass ein paar Säulen zuviel herumstehen, wenn man in der Sicht auf die Bühne behindert ist und man die Baustatik außer acht lässt. Nach Fertigstellung der Erweiterung des Gymnasiumtraktes mussten für längere Zeit nach jedem stärkeren Regen in einigen Klassenzimmern des "alten" Gebäudes Eimer aufgestellt werden, um das von der Decke tropfende Wasser zu sammeln.
Bis zum Erreichen der Jahrgangsstufe 13 hatten wir jährlich eine Steigerung der Lehrerzahl zwischen 5 und 10 entsprechend einem jährlichen Schülerzugang von etwa 100 Kindern. Da in dieser Zeit des Aufbaus Lehrermangel herrschte, ergaben sich regelmäßig beim Schuljahrswechsel eine Menge organisatorischer Probleme. Selten kannten wir zu Beginn der Sommerferien die komplette Liste des Lehrerzugangs. Einige Tage vor Ende der Schulferien setzte dann die Hektik des Umplanens ein, wenn die letzten Zuteilungen kamen, die Fächerkombinationen aber nicht unseren Wünschen entsprachen.
In den ersten Jahren des Aufbaus war noch nicht entschieden, ob das Thomas-Mann-Gymnasium bis zur 13. Klasse ausgebaut wird. Erst als klar erkennbar wurde, daß die Schülerzahl pro Jahrgangsstufe in der Oberstufe genügend groß sein wird, gab das Kultusministerium die Zustimmung. Der Wille der Gemeinde und ihr starkes Engagement für das Schulzentrum hatten sicher auch Einfluss auf die Entscheidung des Ministeriums. Gegen Ende des Schuljahrs 1982/83 legte die erste Jahrgangsstufe das Abitur ab. Alle Schülerinnen und Schüler bestanden die Reifeprüfung. Eine Gedenktafel im Hof der Schule nennt ihre Namen.
Welche Markenzeichen des Thomas-Mann-Gymnasiums entstanden in der Zeit meiner Tätigkeit?
Unterstützt durch Eltern und Schule haben Frau Jahnke und Frau Zieroth die musikalische Ausbildung der Schüler gefördert, Begeisterung für die Musik geweckt und viele schöne musikalische Veranstaltungen arrangiert.
Frau Harmsen gründete eine Theatergruppe und entwickelte dabei einen Stil von Schülertheater, der weit über Stutensee hinaus Anerkennung fand. Unter Anleitung von Frau Harmsen schrieben die Schülerschauspieler die Stücke selbst.
Unser erster Fachabteilungsleiter für Mathematik, Herr Steller, machte sehr früh den Computer für die Schule nutzbar, und dies gleich in zweifacher Weise. Zum einen durch Einbeziehung in den Mathematikunterricht, zum anderen zur Automatisierung in der Verwaltung. Unsere Schule gehörte wohl mit zu den ersten, in denen die Zeugnisse nach Eingabe der Noten durch die Fachlehrer vom Computer geschrieben wurden.
Alle Lehrer des Thomas-Mann-Gymnasiums haben zusammen bewirkt, daß unsere Schülerinnen und Schüler mit nur wenigen Ausnahmen den Anforderungen des Zentralabiturs gerecht wurden. Das ist zwar in den meisten Gymnasien Baden-Württembergs so, aber nicht selbstverständlich.
Die erste Schulleiterin des Thomas-Mann-Gymnasiums, Frau Oberstudiendirektorin Eckardt, hat sich durch unermüdlichen Einsatz um die Schule verdient gemacht. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie in den zwölf Jahren meiner Tätigkeit nur einmal aus persönlichem Grund nicht in der Schule war.
Es hat mir Freude gemacht, diesen Bericht (auf meinem Computer) zu schreiben. Ich danke dem Redaktionsteam der Festschrift, daß es mich darum gebeten hat und mich dadurch veranlasste, zwölf interessante Jahre aus meiner Erinnerung hervorzuholen. Ich habe keine sonstigen Quellen für diesen Bericht verwendet. Wenn gründliche Leser einen Fehler erkennen, mögen sie es mir verzeihen.
Emil Nekolla StD

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