Teilnehmerinnen des Seminarkurses gewinnen 1. Preis

Seminarkursbericht

von Charlotte Bohn und Lena Stäble (J1)

Wir befinden uns im Jahre 2019/20 n.Chr. Am TMG strömen die Schülerinnen und Schüler nach Ende der 6. Stunde ihrem wohlverdienten Wochenende entgegen und bald schon liegt die Schule größtenteils verlassen da. Die ganze Schule? Nein! Ein von unbeugsamen Elftklässlern bevölkertes Klassenzimmer versucht, auch zu dieser späten Stunde noch schulische Produktivität an den Tag zu legen…

„Was machen die denn da?“, fragt sich der ein oder andere nun bestimmt.

Mit der Auskunft „Wir nehmen dieses Schuljahr am gesellschaftswissenschaftlichen Seminarkurs teil“, lässt sich diese Frage relativ schnell beantworten. Aber was bedeutet das eigentlich: „gesellschaftswissenschaftlicher Seminarkurs“?

Zunächst einmal haben wir unter der Anleitung von Frau Beyrich und Herrn Klinger gelernt, welche Kriterien eine gelungene Präsentation und einen spannenden Vortrag ausmachen. Darüber hinaus erfuhren wir zudem mehr über Recherchemethoden, Zeiteinteilung und das erfolgreiche Arbeiten im Team. Denn dieses Wissen bildete die Grundlage für unser übergeordnetes Kursziel: In kleinen Gruppen sollten wir jeweils eigenverantwortlich an einem Wettbewerb teilnehmen, welcher ein ökonomisch, sozial oder kulturell bedeutsames Thema beinhaltet. Diese Wettbewerbe waren beispielsweise „Jugend gründet“, der „EDEKA Schülerwettbewerb“ oder die „Doing Good Challenge“.

Wir haben uns für die Teilnahme am „Wettbewerb Christentum und Kultur“ entschieden, bei welchem es – wie der Name schon sagt – darum geht, die Bedeutung des christlichen Glaubens in Bezug auf unsere Kultur herauszuarbeiten. Das mag zunächst eher kompliziert und trocken klingen, ist es aber eigentlich gar nicht. Tatsächlich bekommt man zwar Vorschläge zur Themenwahl, an denen man sich orientieren kann, aber auch eigene Ideen werden natürlich gutgeheißen und gefördert. Wir haben uns letztendlich dazu entschieden, eine wissenschaftliche Ausarbeitung zur Friedlichen Revolution in der DDR zu schreiben und uns dabei vor allem auf die Rolle der zwei Pfarrer Christian Führer und Christoph Wonneberger in der Stadt Leipzig zu konzentrieren. Beide haben auf ihre Weise versucht, dort Widerstand zu leisten, wo das staatliche Handeln sowohl christlich als auch menschlich nicht mehr vertretbar wurde. Unsere Arbeit widmeten wir schließlich der Frage, inwiefern sich die unterschiedlichen Herangehensweisen dabei mit der christlichen Lehre vereinbaren ließen.

Wer an dieser Stelle bei dem Gedanken zurückschreckt, über viele Seiten Texte schreiben oder jede Menge Bücher lesen zu müssen, dem sei allerdings versichert: Auch die Form der Arbeit darf relativ frei gewählt werden; bei Videos, selbstgestalteten Theaterstücken oder Poetry Slam sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Um einen kurzen Arbeitsbericht kann man sich dann aber doch nicht drücken.

Eine besondere Hilfestellung bei der Teilnahme am „Wettbewerb Christentum und Kultur“ stellte darüber hinaus das Angebot einer Schülertagung dar. Anfang Januar 2020 fuhren wir deshalb für zwei Tage nach Bad Herrenalb, um dort im Austausch mit den Wettbewerbsbeauftragten und anderen Teilnehmern unsere noch recht vagen Ideen weiterzuführen und zu konkretisieren. Neben der entspannten Atmosphäre und den interessanten Diskussionen ist das leckere Essen dort definitiv ein großer Pluspunkt :).

Erfreulicherweise wurde unsere Ausarbeitung dann im Dezember – kurz vor Weihnachten – mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Neben einem Preisgeld von 500 Euro wurden wir außerdem mit einer dreiseitigen Würdigung sowie einer Urkunde belohnt, die vom evangelischen Landesbischof persönlich unterzeichnet worden ist. Auf eine feierliche Preisverleihung musste aufgrund der aktuellen Coronasituation allerdings leider verzichtet werden.

Wenn euer Interesse nun geweckt sein sollte, können wir euch nur empfehlen, den Seminarkurs selbst einmal auszuprobieren. Es ist definitiv eine Erfahrung wert; man lernt dabei sehr viel mehr als nur zu recherchieren, zu schreiben und zu präsentieren. Und wenn man mit Begeisterung bei der Sache bleibt, stehen die Chancen, einen Preis zu bekommen, gar nicht so schlecht :).

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